Geschichte

.


.

Die Überreichung der Urkunde und des Wappens erfolgte druch den Landrat des Großkreises Ansbach, Herrn Georg Ehnes, anläßlich einer öffentlichen Gemeinderatssitzung am 1.10.1974 an den 1. Bürgermeister Kneissl.

Blasonierung von Herrn Kurt von Ingersleben
Heroldsstück

Zweigeteiltes Schild: Im oberen Drittel die Wappenfarben der Küchenmeister von Nordenberg: SILBER - BLAU - QUERGESTREIFT. 

Das untere, zwei Drittel des Schildes einnehmende Feld wird beherrscht von einem stilisierten, steinernen Brückenbogen, der das Schildteil trennt. 

Durch den Wisentkopf unterhalb des Brückenbogens wird das Wappen zum "redenden" Wappen (Name des Flusses). Die Farbe des Wisentkopfes (rot) deutet auf das Patronat der Diözese Eichstätt hin (Weihe der Kirche durch Bischof Otto von Eichstätt, 1182-1196). Die Goldfarbe des Wassers deutet auf den Segen, der von dem Heiltum des Gesundheit bringenden Wassers der Wieseth ausgeht.

Begründung

Der Uranfang der Gemeinde Wieseth liegt im Dunkeln. Wir wissen aber aus Bodenfunden (versteinertes Holz), dass das Land um die heutige Gemeinde Wieseth mit Urwald, unterbrochen durch kleine Flußläufe und sumpfige Niederungen, bestanden war. Hier lebte unter anderem urigen Wild das europäische Wildrind, der Wisent. Flurnamen wie "Wisentaue" o. ä. deuten heute noch darauf hin. 
Der Orts- und der Flußname lassen sich mit Recht von diesem ausgestorbenen Wildrind, Bison bonasus, ableiten. Aus "Aue der Wisente" " Wisentau wurde "Wisente" dann "Wissat" und "Wisset". 
Die heutige Schreibweise "Wieseth" entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Nach dem in Eichstätt befindlichen "ponteficale Gundecarianum" hat Bischof Otto von Eichstätt (1182-1196) die erste Kirche in Wieseth geweiht. Das eichstättische Patronat hat auch nach der Reformation bis zum Jahre 1803 bestanden. Neben der Pfarrkiche St. Wenzelslaus und Sebastian stand in der Ortsmitte auf der Wiesethbrücke eine Wallfahrtskapelle mit dem Bilde des hl. Vitus (Veit). Unter Anrufung des Heiligen schöpften hier die Wallfahrer, durch eine Öffnung im Boden des Kirchleins, Wasser aus der Wieseth, dem besondere Heilkraft bei Augenleiden zugeschrieben wurde. Die Wallfahrt wurde auch nach der Reformation bis zum Jahre 1780 durchgeführt, die Kapelle erst 1870 abgebrochen. 
Die Brücke hat also in der Geschichte der Gemeinde eine bedeutende Rolle gespielt und verdient, im Wappen festgehalten zu werden, zumal der Brauch offensichtlich als ein Relikt aus vorchristlicher Zeit (Wasserheiligtum) anzusehen ist. 
Ein Ortsadel war in Wieseth nicht ansässig. Die das Königsgut verwaltenden Reichsministerialen, die Küchenmeister von Nordenberg, hatten auf der Burg Forndorf "vor dem Dorf", heute ein Ortsteil der Gemeinde Wieseth, ihren Sitz bis zum Jahre 1364. Ihr Wappen deutet auf ihr Wirken hin. 
Die Tochter des letzten Nordenbergers trug den Besitz dem Burggrafen Friedrich V. (1357-1398) zum Lehen auf. Nach mehrfachem Besitzwechsel fiel Forndorf als erledigtes Lehen an die Markgrafen von Ansbach, auf der Burg residierten die markgräflichen Amtmänner. Die Burg Forndorf brannte 1565 ab, wurde zwar durch den Markgrafen Georg Friedrich (1543-1603) wieder aufgebaut, verfiel aber in der Folgezeit immer mehr. Sie ist im 19. Jahrhundert abgegangen. 
In der Geschichte der Gemeinde Wieseth haben die Markgrafen von Ansbach eine entscheidende Rolle gespielt. Zur jetzigen Gemeinde Wieseth gehören nach der Landkreisreform 10 Ortsteile, es sind dies:

Ammonschönbronn - Deffersdorf - Forndorf - Häuslingen - Höfstetten - Lölldorf - Mittelschönbronn - Untermosbach - Zimmersdorf und Zirndorf -, außerdem die Beckenmühle, Urbansmühle, Pflattermühle, Steigmühle und Schlötzenmühle.

Die Gemeinde Wieseth umfasst ein Einzugsgebiet von 21,85 km², mit teils ländlicher und im Zentrum Wieseth ländlich und industriell gemischter Struktur.